Bildung

Kein Kind darf verloren gehen! Die Corona-Krise hat uns gezeigt, wie wichtig das ist. Denn wo kein eigener Schreibtisch vorhanden ist und Eltern mangels Deutschkenntnissen nicht bei den Schulaufgaben helfen können, sind Kinder im Nachteil. Das dürfen wir nicht zulassen. Ich will, dass wir die Corona-Krise nutzen, um einen Schub in unser Bildungssystem zu bringen. Einen Schub für gleiche Bildungschancen, für eine neue Lernkultur, längeres gemeinsames Lernen und individuelle Förderung unserer Kinder.  

In Kita und Grundschule wird der Grundstein für den Bildungserfolg unserer Kinder gelegt. Ich will, dass wir Kitas und Grundschulen personell stärken. Dazu gehört, dass in allen Kitas Sprachförderung angeboten und Kitas zu Familienzentren weiterentwickelt werden. Denn Kitas sind die Orte, wo Familien in ihrem Alltag niedrigschwellig unterstützt werden können. Die Grundschulen sind die heterogenste Schulform. Inklusion ist hier vielfach gelebte Praxis. Es zeigt sich, dass individuelle Förderung und Inklusion dann gut gelingen, wenn Lehrer*innen im Team unterrichten. Wir brauchen daher eine Doppelbesetzung und multiprofessionelle Teams (wie z.B. Logopäd*innen, Heilpädagog*innen oder Sozialarbeiter*innen) an unseren Grundschulen.

Ich will den Ausbau guter Ganztagesgrundschulen voranbringen, wo Musik, Sport und das Lernen in der Natur sinnvoll mit dem Fachunterricht verknüpft werden. Denn so können Kinder optimal gefördert und Eltern in ihrem Alltag entlastet werden. Und natürlich gehört in eine gute Ganztagsschule auch ein gutes Mittagessen- gesund, lecker und bio. Das ist gut für gesunde Kinder und bringt zudem dem Ökolandbau und damit den Natur- und Klimaschutz voran. 

In der Sekundarstufe 2 liegt mir am Herzen, dass wir den Kindern die Zeit geben, die sie brauchen, um ihre Stärken und Fähigkeiten zu entwickeln. Längeres gemeinsames Lernen und eine neue Lernkultur, in der die Persönlichkeitsentwicklung und das Spaß am Lernen den gleichen Stellenwert hat, wie der Fachunterricht, ist mir hierbei wichtig. Denn was wir gerne tun, machen wir auch gut. Die über 300 Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg erfüllen vielfach diesen ganzheitlichen Anspruch. Ich will diese Schulform ausbauen und stärken. Dazu gehört, dass alle Gemeinschaftsschulen eine gymnasiale Oberstufe anbieten können. Denn eine gute Schule hängt auch von der sozialen Mischung ab.

Die Digitalisierung prägt bereits heute unseren Alltag. Kinder müssen lernen, verantwortungsvoll mit digitalen Medien umzugehen. Digitales Lernen bietet aber auch enorme Chancen, damit Kinder ihre individuellen Stärken ausbauen und in ihrem individuellen Tempo Lernen können. Damit dieser digitale Umbau unserer Schulen gelingen kann, brauchen Lehrkräfte mehr Zeit für Fortbildungen und mehr Freiheit für Schul- und Unterrichtsentwicklung. Und klar ist: Medienbildung kann nur dann funktionieren, wenn WLAN, Tablets und PCs nicht nur vorhanden sind, sondern durch professionelles Personal gewartet und gepflegt wird. Schulen haben die Größe mittelständischer Unternehmen. Daher ist für alle Schulformen wichtig, dass die Schulleitungen mehr Zeit und Unterstützung bekommen, um ihre Leitungsaufgaben für Schul- und Personalentwicklung sowie Digitalisierung gut ausführen zu können.