25. November 2022

45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma

Das Unrecht, das den Sinti und Roma im Nationalsozialismus zugefügt wurde, ist erst sehr spät, also in den 1980er Jahren anerkannt worden. Viele Menschen wissen auch heute noch nicht, dass viele Sinti und Roma Europas im deutschen Nationalsozialismus ermordet wurden.

Die Vergangenheit zu kennen und an diese zu erinnern ist wichtig, um die Gegenwart zu verstehen und die Zukunft besser zu machen. Die Arbeit der Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma in Deutschland und ganz Europa macht hierfür eine wichtige Arbeit!

Ich habe mich deswegen sehr gefreut ein Grußwort zur Feier des Sinti Powerclub anlässlich der Ausstellung „45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma“ sprechen zu dürfen.

Anlässlich eines hohen Antiziganismus und einer immer noch geringen Bildungsteilhabe von Sinti und Roma sind die Aufgaben weiterhin groß. Mit der Melde- und Informationsstelle für Antiziganismus auf Bundes- und Landesebene sind wichtige Einrichtungen geschaffen worden, um Diskriminierung sichtbar zu machen.

Bildung ist der Schlüssel zur Teilhabe und die Basis, um selbstbestimmt durchs Leben gehen zu können! Als Landesregierung haben wir uns das Ziel gesetzt, allen Kindern und Jugendlichen unabhängig ihrer Herkunft gute Bildungschancen zu ermöglichen. Das gilt auch und besonders für Kinder aus Sinti und Roma-Familien.
Angesichts dessen, dass rund 15 % der Sinti und Roma die Schule ohne Abschluss verlassen, müssen wir gemeinsam weiter dran bleiben, um mehr Bildungsgerechtigkeit zu erreichen.

Vielen Dank an die Landesvertretung der Sinti und Roma Baden-Württemberg für die spannende Ausstellung, die eindrücklich zeigt, wieviel die Bürgerrechtsbewegung in den letzten Jahren für die Rechte der Sinti und Roma erreicht hat. Diese ist noch bis zum 2. Dezember im Erdgeschoss der Universitätsbibliothek Freiburg zu sehen.